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Gymnasium Carolinum
In unserer technisierten Welt ist das Fach Chemie ein unverzichtbarer Bestandteil der naturwissenschaftlichen Grundbildung. Der spezifische Beitrag, den das Fach Chemie dazu leistet, besteht im Wesentlichen in der experimentellen und gedanklichen Auseinandersetzung mit der stofflichen Welt. Dabei soll die Chemie nicht nur das naturwissenschaftliche Verständnis, sondern auch die Bedeutung chemischer Prozesse für technische Fragestel-lungen sowie das Bewusstsein für den Schutz der Umwelt fördern. Diese Aspekte des ganzheitlichen Lernens, das Verstehen und die Aneignung von Fertigkeiten und Fähigkeiten erfolgen in der Auseinandersetzung mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Im Chemieunterricht erlangen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Prozess der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung. Der besondere Charakter des Faches liegt im experimentellen Vorgehen, der Arbeit mit Modellen sowie dem gedanklichen Wechsel zwischen Stoff- und Teilchenebene. Dabei muss die zentrale Bedeutung des Experiments innerhalb dieses Prozesses im Unterricht vermittelt werden. Folglich sind Experimente kein methodischer Selbstzweck, sondern sie sind immer Bestandteil des eingeschlagenen Erkenntnisweges. Weiterhin ist das Denken in der Chemie durch ein im Lernweg zu steigerndes Maß an Abstraktion gekennzeichnet. Schon im Sekundarbereich I lernen die Schülerinnen und Schüler dabei auch die Grenzen von Erklärungsmodellen kennen.
Der Chemieunterricht wird am Gymnasium Carolinum nach einer modifizierten Variante der Stundentafel 2 erteilt, d. h. dass der Unterricht in den Jahrgangsstufen 7-10 durchgängig zweistündig erteilt wird. Die Grundlage des Unterrichts in den Jahrgänge 7 bis 10 bildet das Kerncurriculum für das Fach Chemie. Dieses legt für die Doppeljahrgänge 7/8 und 9/10 prozess- und inhaltsbezogene Kompetenzen fest, die erworben werden sollen. Der Begriff des „Kompetenzerwerbs” legt dabei den Schwerpunkt auf die Aktivität der Schülerinnen und Schüler. Die Struktur der vom Kerncurriculum festgeschriebenen inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen gliedert sich zunächst in folgende vier Basiskonzepte:
Diese Basiskonzepte untergliedern sich wiederum in die vier Kompetenzbereiche:
Im Klassenverband findet zweistündiger Unterricht während des ganzen Jahres
statt. Es wird pro Halbjahr eine 2-stündige Klausur geschrieben.
Die Themenbereiche sind:
Von der räumlichen Struktur der Moleküle zu den Stoffeigenschaften (Wasser
und andere Dipolmoleküle), Säuren und Basen, Erdöl, Alkohole.
Die Qualifikationsphase der Oberstufe umfasst die beiden letzten Schuljahrgänge
des Gymnasiums. In diesen vier Halbjahren werden die Kursthemen durch die
thematischen Schwerpunkte des Zentralabiturs vorgegeben.
Somit ergeben sich folgende Kursfolgen:
Doppeljahrgang 11/12 im Schuljahr 2009/2010 – Abiturprüfung 2011
11.1/12.1: Umweltbereich Wasser
11.1/12.2: Elektrolyse
12.1/13.1: Halogenierte Kohlenwasserstoffe als Zwischen- und Endprodukte
12.1/13.2: Vertiefung der Schwerpunktthemen
Jahrgang 13 im Schuljahr 2009/2010 – Abiturprüfung 2010
12.1: Elektrochemische Korrosion
12.2: Waschaktive Substanzen
13.1: Umweltbereich Wasser
13.2: Vertiefung der Schwerpunktthemen
Der Unterricht erfolgt sowohl in Kursen auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) als auch in Kursen auf grundlegendem Anforderungsniveau (gA) in der Regel vierstündig.
Das Seminarfach wird am Carolinum als eigenständiges Fach angeboten. Es ist nicht an bestimmte Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau angebunden und wird teilweise fachübergreifend unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler sind somit in der Wahl des Seminarfachs unabhängig von der Wahl der Prüfungsfächer. Die Themen der Seminarfächer wechseln üblicherweise von Jahrgang zu Jahrgang und behandeln Inhalte, die in dieser Form nicht Gegenstand des normalen Fachunterrichts sind.
Am Carolinum wird traditionell die Arbeitsgemeinschaft „Chemie im Alltag“
angeboten, die sich mit Alltagsphänomenen befasst und Schülerinnen und Schüler
der Jahrgangsstufen 5 und 6 ansprechen soll. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft
ist - neben der Teilnahme am Wettbewerb „Das ist Chemie“ - eine frühzeitige
Heranführung der Schülerinnen und Schüler an die naturwissenschaftliche Denk-
und Arbeitsweise. In dieser Arbeitsgemeinschaft steht daher besonders das
eigenständige Experimentieren im Vordergrund.
Für die älteren Schülerinnen und Schüler besteht die Möglichkeit zur Teilnahme
an der jährlich stattfindenden Chemie-Olympiade.
Gaby Pattky
Letzte Änderung: 9.11.2009