Musik

"Die Erziehung zur Musik ist von höchster Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie machtvoll in das Innerste der Seele dringen."

"Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie."

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."

Das lassen wir einmal so stehen. Obwohl: Ganz so dramatisch wie die Herren Platon, Beethoven und Nietzsche muss man die Sache vielleicht nicht angehen; aber wir wollen uns für die schöne Begründung dessen, woraus kluge Leute irgendwann einmal ein Schulfach gemacht haben, einstweilen doch bedanken.

Im Fächerkanon des Gymnasiums ist es das Ziel des Faches Musik, Erlebnisfähigkeit und Freude der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Musik zu steigern, um so Möglichkeiten sinnvoller Lebensgestaltung auch für die Zeit außerhalb und nach der Schule zu erschließen.

Dabei gehen Theorie und Praxis, Erleben und Erfahren von Musik und vor allem eigenes Musizieren in der Unterrichtsarbeit Hand in Hand. Darüber hinaus eröffnet die freiwillige Mitarbeit in den musikalischen Arbeitsgemeinschaften den Schülerinnen und Schülern Zugang zu ganz besonderen Erfahrungen im Bereich der Musik.

Organisation des Unterrichts

Klassen 5 und 6

Ganzheitliches musikalisches Lernen, im Schwerpunkt das Gestalten und Nachgestalten von Musik, steht im Unterricht der Eingangsklassen obenan. In vorrangig musikpraktischen Zugängen zur Musik wird emotional-affektives Erleben gefördert, aus dem wiederum Können und Wissen erwächst, das für das Nachdenken und Sprechen über Musik von großer Bedeutung ist.
Entwicklungspsychologisch eröffnet gerade das Alter der Schülerinnen und Schüler im 5. und 6. Schuljahrgang die einmalige Möglichkeit, durch unmittelbare musikalische Erfahrungen die Freude an der Musik zu wecken, zu erhalten und zu pflegen.
Im Sinne der Ganzheitlichkeit wird im Unterricht die wechselseitige Durchdringung und Ergänzung der Bereiche

Musikmachen,
Musikalische Gestaltungsmittel und Formen,
Musik in Verbindung mit anderen Ausdrucksformen,
Musik im historischen und gesellschaftlichen Kontext

verwirklicht.

Klassen 7 bis 9

In den mittleren Jahrgangsstufen stellt sich der Musikunterricht zunehmend darauf ein, in Sachen Musik alles andere als ein Alleinvertretungsrecht innezuhaben. Die Jugendlichen entdecken das unendlich weite, in Jahrzehnten geradezu unüberschaubar gewordene Feld, in dem Rock, Rap, HipHop nur drei Landmarken bilden. In einer Phase, in der der mp3-Player zum Vademecum avanciert, kann Musikunterricht Orientierung geben, dem Geschmack auf die Beine helfen, wohl wissend, dass keiner Schülerin, keinem Schüler daran gelegen ist, über „ihre/seine Musik” von Lehrerinnen und Lehrern belehrt zu werden.
Überdies ist Musikunterricht gerade auch in der Mittelstufe darauf ausgerichtet, Brücken zu bauen zwischen dem jugendlichen Hörer und dem, was von ihm als musikalisch fremd empfunden wird – Brücken, auf denen Verständigung angebahnt, Verstehen ermöglicht wird.

Einführungsphase (Jahrgangsstufe 10)

An der Schwelle von der Mittelstufe zur Qualifikationsphase hat der Unterricht in der Einführungsphase die Funktion von Zusammenfassung und Ausblick, gewinnt aber durch neue Schwerpunktsetzungen im Bereich musikalischer Großformen ein eigenständiges Profil. Die Schüler werden mit Arbeitsgebieten und Arbeitsweisen der gymnasialen Oberstufe vertraut gemacht, ihre in den Klassen 5 bis 9 erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten durch Wiederholung und Vertiefung auf eine gemeinsame Basis gestellt. Dem unmittelbaren Erfahren und Erleben von Musik wird dabei aber auch hier durch praktische Gestaltung und Nachgestaltung von Musik Raum und Zeit gegeben.

Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 11 und 12 bzw. 12 und 13)

In jedem Kurs soll, so die Vorgabe der Rahmenrichtlinien, etwas von der „unendlichen Vielfalt der Musik” (Leonard Bernstein) und von der Vielschichtigkeit der Erfahrensweisen deutlich werden. Bei der Planung von Kursen wird berücksichtigt, dass gerade im Fach Musik die Motivation der Kursteilnehmer recht unterschiedlich sein kann, da die Schülerinnen und Schüler die Wahl des Faches unter sehr verschiedenen Gesichtspunkten (3. oder 4. Prüfungsfach, Pflichtkurs, Wahlkurs) treffen.

Hier ein Beispiel für eine Kursfolge:

12.1 Das Phänomen des Romantischen in der Musik
12.2 Musiktheater zwischen Nummernoper und Gesamtkunstwerk
13.1 Aufbruch in die Moderne
13.2 Die Wiederkehr der Schönheit

Die Vielfalt der möglichen Unterrichtsgegenstände hat unterschiedliche Unterrichtsverfahren zur Folge. Formen des entdeckenden Lernens gewinnen zunehmend auch in der gymnasialen Oberstufe an Bedeutung.

Wohlgemerkt
Es muss ausdrücklich betont werden, dass wesentliche Ziele des Musikunterrichts nicht unmittelbar in Bewertungsschemata erfasst werden können; dazu gehören z. B. die Erlebnisfähigkeit des Schülers sowie seine Bereitschaft und sein Engagement, sich Musik und musikbezogenen Fragestellungen in Offenheit zuzuwenden. Gerade im Musikunterricht gibt es deshalb Freiräume, in denen es nicht um gezielte Lernerfolgs- und Leistungsnachweise geht.

Musikalische Arbeitsgemeinschaften

Ganz besonders bieten die musikalischen Arbeitsgemeinschaften, darunter allein drei Chöre, Carolinger-Kapelle, Caro Big Band und Orchester Gelegenheit zu erleben, wie unter kundiger Anleitung Musik zu dem wird, was sie an sich ist: Sprache, Botschaft in Tönen und Klängen. Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler bei der Probenarbeit, auf Freizeiten, vor allem aber bei Aufführungen machen, sind prägend und oftmals wohl unauslöschlich.

Näheres zu den musikalischen Arbeitsgemeinschaften finden Sie hier.

Kooperation mit der Musik- und Kunstschule

Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009erfreut sich das Carolinum der Zusammenarbeit mit der Musik- und Kunstschule Osnabrück. Anfänger und Fortgeschrittene können Unterricht in nahezu allen Instrumentalfächern erhalten.

Hanno Pieper

 

Letzte Änderung: 24.9.2009