
© 2003 - 2009
Gymnasium Carolinum
"Die Erziehung zur Musik ist von höchster Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie machtvoll in das Innerste der Seele dringen."
"Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie."
"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."
Das lassen wir einmal so stehen. Obwohl: Ganz so dramatisch wie die Herren Platon, Beethoven und Nietzsche muss man die Sache vielleicht nicht angehen; aber wir wollen uns für die schöne Begründung dessen, woraus kluge Leute irgendwann einmal ein Schulfach gemacht haben, einstweilen doch bedanken.
Im Fächerkanon des Gymnasiums ist es das Ziel des Faches Musik, Erlebnisfähigkeit und Freude der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Musik zu steigern, um so Möglichkeiten sinnvoller Lebensgestaltung auch für die Zeit außerhalb und nach der Schule zu erschließen.
Dabei gehen Theorie und Praxis, Erleben und Erfahren von Musik und vor allem eigenes Musizieren in der Unterrichtsarbeit Hand in Hand. Darüber hinaus eröffnet die freiwillige Mitarbeit in den musikalischen Arbeitsgemeinschaften den Schülerinnen und Schülern Zugang zu ganz besonderen Erfahrungen im Bereich der Musik.
Ganzheitliches musikalisches Lernen, im Schwerpunkt
das Gestalten und Nachgestalten von Musik, steht im Unterricht
der Eingangsklassen obenan. In vorrangig musikpraktischen
Zugängen zur Musik wird emotional-affektives Erleben
gefördert, aus dem wiederum Können und Wissen erwächst,
das für das Nachdenken und Sprechen über Musik von großer
Bedeutung ist.
Entwicklungspsychologisch eröffnet gerade
das Alter der Schülerinnen und Schüler im 5. und 6. Schuljahrgang
die einmalige Möglichkeit, durch unmittelbare musikalische
Erfahrungen die Freude an der Musik zu wecken, zu erhalten
und zu pflegen.
Im Sinne der Ganzheitlichkeit wird im
Unterricht die wechselseitige Durchdringung und Ergänzung
der Bereiche
Musikmachen,
Musikalische Gestaltungsmittel und Formen,
Musik in Verbindung mit anderen Ausdrucksformen,
Musik im historischen und gesellschaftlichen Kontext
verwirklicht.
In den mittleren Jahrgangsstufen stellt sich der Musikunterricht
zunehmend darauf ein, in Sachen Musik alles andere als
ein Alleinvertretungsrecht innezuhaben. Die Jugendlichen
entdecken das unendlich weite, in Jahrzehnten geradezu
unüberschaubar gewordene Feld, in dem Rock, Rap, HipHop
nur drei Landmarken bilden. In einer Phase, in der der
mp3-Player zum Vademecum avanciert, kann Musikunterricht
Orientierung geben, dem Geschmack auf die Beine helfen,
wohl wissend, dass keiner Schülerin, keinem Schüler daran
gelegen ist, über „ihre/seine Musik” von Lehrerinnen
und Lehrern belehrt zu werden.
Überdies ist Musikunterricht
gerade auch in der Mittelstufe darauf ausgerichtet, Brücken
zu bauen zwischen dem jugendlichen Hörer und dem, was
von ihm als musikalisch fremd empfunden wird – Brücken,
auf denen Verständigung angebahnt, Verstehen ermöglicht
wird.
An der Schwelle von der Mittelstufe zur Qualifikationsphase hat der Unterricht in der Einführungsphase die Funktion von Zusammenfassung und Ausblick, gewinnt aber durch neue Schwerpunktsetzungen im Bereich musikalischer Großformen ein eigenständiges Profil. Die Schüler werden mit Arbeitsgebieten und Arbeitsweisen der gymnasialen Oberstufe vertraut gemacht, ihre in den Klassen 5 bis 9 erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten durch Wiederholung und Vertiefung auf eine gemeinsame Basis gestellt. Dem unmittelbaren Erfahren und Erleben von Musik wird dabei aber auch hier durch praktische Gestaltung und Nachgestaltung von Musik Raum und Zeit gegeben.
In jedem Kurs soll, so die Vorgabe der Rahmenrichtlinien, etwas von der „unendlichen Vielfalt der Musik” (Leonard Bernstein) und von der Vielschichtigkeit der Erfahrensweisen deutlich werden. Bei der Planung von Kursen wird berücksichtigt, dass gerade im Fach Musik die Motivation der Kursteilnehmer recht unterschiedlich sein kann, da die Schülerinnen und Schüler die Wahl des Faches unter sehr verschiedenen Gesichtspunkten (3. oder 4. Prüfungsfach, Pflichtkurs, Wahlkurs) treffen.
Hier ein Beispiel für eine Kursfolge:
12.1 Das Phänomen des Romantischen in der Musik
12.2 Musiktheater zwischen Nummernoper und Gesamtkunstwerk
13.1 Aufbruch in die Moderne
13.2 Die Wiederkehr der Schönheit
Die Vielfalt der möglichen Unterrichtsgegenstände hat unterschiedliche Unterrichtsverfahren zur Folge. Formen des entdeckenden Lernens gewinnen zunehmend auch in der gymnasialen Oberstufe an Bedeutung.
Wohlgemerkt
Es muss ausdrücklich betont werden, dass wesentliche
Ziele des Musikunterrichts nicht unmittelbar in Bewertungsschemata
erfasst werden können; dazu gehören z. B. die Erlebnisfähigkeit
des Schülers sowie seine Bereitschaft und sein Engagement,
sich Musik und musikbezogenen Fragestellungen in Offenheit
zuzuwenden. Gerade im Musikunterricht gibt es deshalb
Freiräume, in denen es nicht um gezielte Lernerfolgs-
und Leistungsnachweise geht.
Ganz besonders bieten die musikalischen Arbeitsgemeinschaften, darunter allein drei Chöre, Carolinger-Kapelle, Caro Big Band und Orchester Gelegenheit zu erleben, wie unter kundiger Anleitung Musik zu dem wird, was sie an sich ist: Sprache, Botschaft in Tönen und Klängen. Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler bei der Probenarbeit, auf Freizeiten, vor allem aber bei Aufführungen machen, sind prägend und oftmals wohl unauslöschlich.
Näheres zu den musikalischen Arbeitsgemeinschaften finden Sie hier.
Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009erfreut sich das Carolinum der Zusammenarbeit mit der Musik- und Kunstschule Osnabrück. Anfänger und Fortgeschrittene können Unterricht in nahezu allen Instrumentalfächern erhalten.
Hanno Pieper
Letzte Änderung: 24.9.2009