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Gymnasium Carolinum
Religiöse Bildung ist aus gutem Grund Bestandteil des Unterrichts
auch staatlicher Schulen. Zum einen hat das mit den Wurzeln unserer Kultur
und unserer Gesellschaft zu tun, die sich zu großen Teilen dem Christentum
verdanken. Diese soll man im Religionsunterricht kennen lernen.
Zum anderen gilt: In vielen Fragen sind Menschen trotz enorm gestiegener
wissenschaftlicher Erkenntnisse chronisch unsicher. Das gilt für
die Fragen nach der eigenen Identität, nach Herkunft und Zukunft,
oder schlicht: der Frage nach Sinn und Aufgabe des Lebens.
Die Begleitung dieser Fragen bei Schülerinnen und Schülern gehört
zum pädagogischen Auftrag von Schule und ist ein unverzichtbarer Bestandteil humaner Bildung.
Der evangelische Religionsunterricht will Orientierung geben, erkennbar
positioniert, dabei aber offen und tolerant. Er will Wegweiser sein, die
Erfahrungen des Glaubens präsentieren, sie verstehbar und lebendig
machen.
Im Fach Religion ist vor kurzem (August 2009) ein neues Kerncurriculum erschienen, dessen Umsetzung sukzessiv erfolgen wird. Die Vorgaben formulieren eine Neuorientierung des Faches, die den Unterricht anhand bestimmter zu erwerbender Kompetenzen beschreibt. Dies beinhaltet zum einen die Vermittlung bestimmter Verfahren. Im Einzelnen sind dies:
Zum anderen geht es um die Aneignung inhaltlicher Kompetenzen, die sich wiederum in verschiedene Bereiche gliedern (Mensch, Gott, Jesus Christus, Ethik, Kirche und Kirchen, Religionen).
Anschaulicher werden diese eher grundsätzlichen Überlegungen, wenn man sich ansieht, wie sie anhand bestimmter Leitthemen und Inhalte in die Praxis des Unterrichts übertragen werden:
Dem Bereich „Mensch“ ist z.B. im Doppeljahrgang 7/8 das Thema Rechtfertigung – Befreiung zum Leben zugeordnet. Neben der Darstellung der Rechtfertigungslehre Luthers und seiner geschichtlichen Einordnung geht es in einer Zeit gestiegener Leistungsanforderungen und damit einhergehender Ängste auch darum, die bleibende Bedeutung von Luthers reformatorischer Erkenntnis zu vermitteln.
Die Perspektive des christlichen Glaubens wird so mit persönlichen und lebensweltlichen Perspektiven verschränkt.
Weitere beispielhafte Leitthemen:
Pro Kompetenzbereich sind jeweils drei solcher Leitthemen formuliert, die wiederum einem Doppeljahrgang (5/6, 7/8, 9/10) zugewiesen sind. Der Unterricht findet in allen Jahrgängen zweistündig statt. Momentan erproben wir am Carolinum ein Doppelstundenmodell.
In der Qualifikationsphase ist der Unterricht regulär
mit zwei Wochenstunden vorgesehen. Selbstverständlich
ist am Carolinum das Fach Evangelische Religion auch
als Prüfungsfach P4 oder P5 zu belegen.
Der Unterricht umfasst dann vier Wochenstunden.
Die thematischen
Schwerpunkte für die jeweils kommenden Jahre (bis 2011)
erfährt man auf der Seite des Niedersächsischen Kultusministeriums
(http://www.nibis.de)
Über den Unterricht hinaus wird am Carolinum das Bemühen um eine religiöse Bildung der Schüler zum Beispiel dadurch unterstützt, dass mehrmals im Jahr zumeist ökumenisch geprägte Gottesdienste angeboten werden, bei deren Vorbereitung und Durchführung Schüler durchweg beteiligt werden.
Im „Haus Ohrbeck” finden Orientierungstage für Abiturientinnen und Abiturienten statt. Sie stehen selbstverständlich auch evangelischen Schülern offen. (Näheres findet sich auf der Seite der katholischen Fachschaft).
Der Religionsunterricht wird konfessionell getrennt erteilt, wobei aber Kooperationen zwischen dem evangelischen und katholischen Unterricht jederzeit möglich sind.
Erwähnenswert ist auch, dass es in den letzten Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Chören und den musikalischen Ensembles des Carolinums gegeben hat, die nicht nur in vielen Gottesdiensten mitgewirkt haben, sondern deren Repertoire (u. a. Mozart – Requiem, J. S. Bach – Weihnachtsoratorium, Mendelssohn-Bartholdy – Sinfonie Nr. 2/Lobgesang) einen ganz eigenen wertvollen Beitrag auch zur theologischen Bildung leistet.
Klaus Schagon
Letzte Änderung: 26.9.2009