Katholische Religion

Drei Zitate aus dem Schulkonzept belegen den hohen Stellenwert und die Zielsetzung des Faches an dieser staatlichen Schule:

"Im christlichen Menschenbild als Grundlage aller Bildung und Erziehung zeigen sich Geist und Tradition des Carolinums."

"Das christliche Selbstverständnis beruht auf der durch Christus gegebenen Freiheit, die den Menschen in die Lage versetzt, seine ihm gegebenen Anlagen ohne Angst zu entwickeln."

"Unsere Schule, die hierin freier ist als eine Gemeinde, will Ökumene weiterentwickeln im Geiste Jesu."

Unterrichtsinhalte

Was trägt der Religionsunterricht zur Bildung bei?

In einer zunehmend pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft, die zwangsläufig durch ein breites Spannungsfeld zwischen hochgradig religiösen und extrem säkularen Lebensformen gekennzeichnet ist, werden die Lerngruppen – gerade in den unteren Jahrgängen – überwiegend heterogen sein. Gleichwohl besteht bei den Kindern und Jugendlichen gerade angesichts dieser Situation ein verstärktes Bedürfnis nach Orientierungshilfen, die Angebote an Handlungsmustern und Konfliktlösungsstrategien machen, um so dem „Verlust überkommener Plausibilitäten“ sowie der „Bedrohung der normativen Strukturen der Lebenswelt“ zu begegnen.
„Subjekt und Person wird der Mensch nicht durch Selbstbehauptung, sondern in der Annahme geschenkter Freiheit, die in der personalen Beziehung zu Gott und in der Gemeinschaft der Glaubenden zu einer größeren Identität…führt. Diese… zeigt sich einerseits in der Souveränität und Gelassenheit gegenüber jedermann und andererseits in der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und zu solidarischem Handeln in der Gesellschaft.“ (Die Zitate sind dem neuen Kerncurriculum für das Gymnasium, Schuljahrgänge 5 – 10 entnommen.)

Sekundarstufe I

Für die Jahrgänge 5 – 10, d. h. die Sekundarstufe I inclusive der Einführungsphase, gelten die Bestimmungen des o. g. Kerncurriculums, das den Erwerb inhalts- sowie prozessbezogener Kompetenzen verbindlich macht. Während die einen das Fachwissen betreffen, beziehen sich die anderen auf Verfahren, die verstanden und beherrscht werden müssen, um Kenntnisse an-wenden zu können. Die geschickte Verknüpfung beider Bereiche ist die Kunst!

Prozessbezogene Kompetenzbereiche (gelten für die Jahrgänge 5 – 12):
Wahrnehmungs- u. Darstellungskompetenz / Deutungskompetenz / Urteilskompetenz / Dialogkompetenz / Gestaltungskompetenz

Inhaltsbezogene Kompetenzbereiche (gelten für Jahrgänge 5/6, 7/8, 9/10):
„Der Mensch berufen zu Freiheit und Hoffnung“
„Die Frage nach dem Sinn und die Unbegreiflichkeit Gottes“
„Die Sehnsucht nach Erfüllung und die Heilsbotschaft Jesu Christi“
„Das Handeln des Menschen in der Verantwortung vor sich, vor den Mitmenschen und vor Gott“
„Das Zeugnis der Kirche von der Gegenwart Gottes in Geschichte und Gesellschaft“
„Religionen im Dialog“

Diese sechs zentralen thematischen Orientierungspunkte werden in jeweils drei Leitthemen für die Jahrgänge 5/6, 7/8, 9/10 entfaltet.)
Auf der Basis beider Kompetenzbereiche wird von der Fachkonferenz ein neues Hauscurriculum erarbeitet.

Lehrwerke sind zur Zeit für die Jahrgänge 5/6 „Zeit der Freude“, für 7/8“ Wege des Glaubens" und für die Jahrgänge 9/10 "Zeichen der Hoffnung" (Alle Materialien gehören zum Patmos-Verlag.)

Hinsichtlich des Beitrages zur Erfüllung des Medienkonzepts (Umfang: in jedem Schul-jahr der Jahrgänge 7-9 zwei Stunden pro Halbjahr) hat sich die Fachkonferenz für einen medien-ethischen Schwerpunkt ausgesprochen: „Finden und Bewerten von Quellen im Internet“. Der Unterricht soll das Angebot des Internet strukturieren und die inhaltliche
Seriösität der Informationen beurteilen helfen.

Gymnasiale Oberstufe

Einführungsphase (Jahrgangsstufe 10)

Themen
Mit Blick auf das neue Kerncurriculum sollen folgende Themen bearbeitet werden:
1. Halbjahr: „Gottesglaube und Gotteszweifel“ mit Reflexion des Gesamtphänomens ‚Religion’
2. Halbjahr: Behandlung der ekklesiologischen Dimension: u. a. „Kirche in Auseinandersetzung mit Staat und Gesellschaft“

Qualifikationsphase (Jahrgänge 11 und 12)

Themen
Die Dimensionen Theologie, Christologie, Eschatologie und Anthropologie-Ethik sind während der 4 Semester Gegenstand des Unterrichts. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei die verbindlichen thematischen Schwerpunkte der schriftlichen Abiturprüfung.

Für das Abitur 2011 beziehen sich die Prüfungsaufgaben auf die verbindlichen Inhalte in der Reihenfolge: christologische Dimension (‚Der Anspruch Jesu’); anthropologisch-ethische Dimension (‚Mensch und Menschenwürde’); theologische Dimension (‚Reflexionen der Gottesfrage in der Neuzeit’).

Lehrwerke in der Oberstufe
Grundlagen sind den Dimensionen entsprechende Materialsammlungen aus der Reihe „Forum Religion“ (Patmos-Verlag).

Unterrichtsorganisation und Auflagen

Der Religionsunterricht wird in den Klassen 5 - 9 jeweils zweistündig unterrichtet, ebenso in der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 10).

Für die Jahrgänge 5 - 9 ist pro Halbjahr jeweils eine zensierte schriftliche Lernkontrolle verbindlich.
Während der zweijährigen Qualifikationsphase ist der Religionsunterricht durchgängig auf grundlegendem Anforderungsniveau mit jeweils zwei Wochenstunden verpflichtend. Am Carolinum ist das Fach Religion als 4. oder 5. Prüfungsfach anwählbar; der unterrichtliche Umfang erhöht sich dann auf 4 Stunden pro Woche.
Die Anzahl der Klausuren in der Vor- und Kursstufe entspricht den allgemeinen Anforderungen.

Außerunterrichtliche Aktivitäten

  • Während der Einführungsphase (durchgängig 2 Stunden pro Woche) ist die Teilnahme am "Sozialen Seminar" (ein Angebot des Bistums mit bischöflichem Abschlusszertifikat) möglich. Übergeordnetes Thema: "Auf der Suche nach einer humanen und lebenswerten Gesellschaft"

  • Orientierungstage für Abiturientinnen und Abiturienten in ,Haus Ohrbeck' (dreitägig); die Teilnahme ist freiwillig.

  • Ein vielfältiges Gottesdienstangebot (Klassen- und Schulgottesdienste in der Schule, der Gymnasialkirche oder den umliegenden Kirchen) im Laufe eines Schuljahres - überwiegend ökumenisch gestaltet.

  • Im Vorfeld christlicher Hochfeste (Fasten-, Adventszeit) wird unter anderem zu kurzen Morgenandachten vor Beginn des Unterrichts eingeladen.

Peter Kraemer

 

 

Letzte Änderung: 22.10.2009