Schüleraustausch mit Frankreich

Seit vielen Jahren pflegt das Gymnasium Carolinum freundschaftliche Beziehungen mit dem Lycée St. Martin in Rennes.
Da in Rennes sowie in vielen anderen Regionen Frankreichs die Zahl der Deutsch-Lernenden sinkt, ist es über die Jahre schwieriger geworden, den deutschen Schülern, einen Austausch in Klasse 9 anzubieten.
Damit unsere Schüler in ihrer Schullaufbahn jedoch trotzdem die Gelegenheit bekommen, einen Schüleraustausch mit Frankreich durchzuführen, gibt es seit kurzer Zeit die Möglichkeit ab Kl.10 an einem Schüleraustausch teilzunehmen.
Die französischen Austauschpartner besuchen am Lycée St. Martin die sog. Section européenne (europäischer Schulzweig) und lernen zumeist Englisch und Spanisch (also kein Deutsch!). Teil ihres speziellen Schulzweiges sind Aufenthalte im europäischen Ausland.
Da dieser französische Ausbildungsgang sehr beliebt ist, nehmen viele französische Schüler an den Fahrten nach Deutschland teil.
Deshalb konnten im Jahr 2005 auch alle interessierten deutschen Schüler einen französischen Austauschpartner bekommen.

Wo ist Rennes?

Rennes (bretonisch: Roazhon, gallo: Resnn) ist die Hauptstadt der französischen Region und des früheren Herzogtums Bretagne. Zugleich ist Rennes Präfektursitz des Départements Ille-et-Vilaine. Mit einer Bevölkerung von 212.494 Einwohnern (1999) ist Rennes die zehnte unter den bevölkerungsreichsten Städten Frankreichs.
Rennes liegt im Westen Frankreichs im Osten der Bretagne an der Mündung der Illet in die Vilaine und erstreckt sich auf einer Fläche von 50,39 Quadratkilometer. Die Stadt erlebt seit ein paar Jahren einen großen Aufschwung. Im Großraum Rennes leben heute 550.000 Einwohner.

Was können unsere Schüler dort sehen?

Vieles. Z.B. Portes Mordelaises, ein kleines Stadtschloss mit zwei Türmen und Zugbrücke ,

Reste der alten Stadtmauer (3. Jh.), Befestigungen des 15. Jhs., ein altes Hospiz (14. Jh.), die Kirche Notre-Dame en Saint-Mélaine:

Das Benediktinerkloster Saint-Méoäine (9. Jh.), den Jardin du Thabor (frz. Garten mit Orangerie, Rosengarten und Volière), das Palais Saint-Georges mit Park oder das Bretagne-Museum.

Schüleraustausch RENNES 2008
Ein zehntägiges unvergessliches Erlebnis

1.Tag Montag, 22.9.2008
Montag 6 Uhr in der Frühe: - 38 verschlafene Gesichter; - monströse Koffer und dennoch eine merkwürdige irgendwie angespannte Atmosphäre. Denn es war klar! In wenigen Stunden (16!) würden wir in Rennes ankom-men und die uns teilweise unbekannten französischen Austauschpartner zum ersten Mal treffen. Montag 16 Uhr am Nachmittag: - viele halbleere Kekspackungen; - müde Reisende und dennoch besichtigten wir mit viel Freude und Spaß das Schloss bzw. den Garten von Versailles. Nach vielen Fotos und einem faszinie-rendem Aufenthalt ging es für uns auf in den Bus nach Rennes. Montag 22 Uhr am Abend: - viele leere Kekspackungen, - steigende Anspannung und trotzdem, die Frisur sitzt, denn jeder weiß, der erste Eindruck zählt. Mit einem lachenden und einem aufgeregt zuckenden Auge trafen wir auf unsere ebenso aufgeregten Austauschpartner, die uns herzlich in ihre Familien aufnahmen.

2.Tag Dienstag, 23.9.2008
Der erste richtige Tag in Frankreich: Nachdem alle ihr erstes Erfolgserlebnis hatten indem sie den morgendli-chen Weg zur Schule mit Bus und Metro gemeistert hatten, wurden wir vom Schulrektor auf Französisch emp-fangen. Es folgte sogleich das zweite Erfolgserlebnis, denn die meisten haben sogar in ihrer morgendlichen Trance das Hauptanliegen verstanden. Erstmal genug der Arbeit: es folgte ein typisch französisches Frühstück mit den unumgänglichen Croissants, Kaffee und Tee. Dann wurde uns die Schule gezeigt, um dann später an zwei strengen französischen Schulstunden teilzunehmen. Da wir vorher darauf hingewiesen worden waren, dass man bei jeglicher Störung sofort in den, uns ziemlich mysteriös erscheinenden, Salle de permanence (eine Art Strafraum) verbannt wurde, verhielten wir uns dement-sprechend ruhig. Um uns einen Eindruck von Rennes machen zu können wurden wir mit einem Rallyezettel und vielen Fragen auf Rennes und seine Einwohner losgelassen. Viele Stunden und um viele Erfahrungen reicher, darunter die Erkenntnis, dass unsere manchmal endlos erscheinenden Französischstunden, doch nicht das um-sonst waren, da wir Menschen getroffen haben die tatsächliche NUR französisch sprechen konnten, trafen wir uns alle zur Siegerehrung an der Schule wieder. Müde vom ganzen französisch verbrachten wir den Abend in den Gastfamilien. Alles in allem ein ereignisreicher Tag.

3.Tag Mittwoch, 24.9.2008
Nach der Ankunft in der Schule beschäftigten wir uns in Gruppenarbeit mit der aktuellen französischen Presse und mit gegenseitigen Vorurteilen. Während die Deutschen eher an französische Kultur; Paris und Mode dach-ten, hatten die französischen Schüler Bier, das Münchener Oktoberfest und blonde Menschen mit blauen Augen im Kopf. Nach dem Austausch der Überlegungen hatten wir uns darauf geeinigt, dass man ein Land nicht unter dem Einfluss von Vorurteilen besichtigen und kennen lernen sollte. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zum ehrwürdigen Hôtel de ville (Rathaus) von Rennes. Dort wurden wir von dem stellvertretenden Bürgermeister, gleichzeitig auch Mitglied des Europäischen Parla-ments, in einem pompösen Saal wie VIPs empfangen und herzlich mit einem Buffet und Geschenken willkom-men geheißen.

4.Tag Donnerstag, 25.9.2008
Am Donnerstag morgen begann wieder ein spannender Tag, mit Ausflügen nach St Malo, einer Piratenfestung, ein Besuch des internationalen Strandbades Dinard und die Fahrt zum Cap Fréhel. Nach der Ankunft in Saint-Malo, eine alte Piratenfestung, war ein Rundgang über die Stadtmauer angesagt, auf der man einen guten Aus-blick über die bretonische Felsküste, den Strand und das Meer hatte. Uns blieb noch Zeit, die vielen Läden der Stadt zu besuchen oder ein Inselgefängnis kennen zu lernen. Bevor wir nach Dinard fuhren, machten wir uns auf den Weg nach Rothéneuf, wo ein Mönch innerhalb von 30 Jahren 300 Skulpturen in die Felsen meißelte. Nach dieser Besichtigung ging die Fahrt weiter nach Dinard, wo wir Picknick an einem traumhaften, palmenge-säumten Strand mit etliche großen Villen machten und das gute Wetter genossen. Unser letzter Stopp ging zum Cap Fréhel, bei dem wir einen tollen Ausblick auf die bretonische Felsküste und seltene Vogelarten genossen.

5. Tag Freitag, 26.9.2008
Nach unserem morgendlichen Treffen wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt, in denen wir dann Crepes backten und diese später essen durften. Die andere Gruppe lernte einige von 600 verschiedenen bretonischen Tänzen kennen. Beides war neu für uns und hat uns sehr viel Spaß gemacht! Danach machten wir uns mit unserem Bus auf den Weg nach Dinan, eine alte, romantische mittelalterliche Stadt. Beeindruckend waren die uralten schiefen Häuser in den zahlreichen engen Gassen. 6. Tag Lisa und Alenas Samstag Am frühen Morgen ging es direkt zum Wochenmarkt in Rennes mit anschließendem Shoppen und Galette-Essen. Abends hatten wir das Glück, das Fußballspiel Rennes-Nice in der VIP-Lounge des Stadions in Rennes mitzuerleben, da der Vater von Lisas Austauschpartnerin Karten für uns besorgen konnte. Ein tolles Erlebnis!! Anschließend wurden wir beide samt unserer Austauschpartner zur nächsten Party hinkutschiert, wo wir zwar die einzigen Deutschen waren, uns aber trotzdem super amüsierten und verständigen konnten. Abschließend können wir sagen, dass wir viel Spaß hatten und wir froh und dankbar sind, dass uns so ein schö-nes Wochenende bereitet wurde.

7. Tag Thomas und Stefans Sonntag
Unsere Gastfamilien verbrachten das Wochenende gemeinsam mit uns im eigenen Ferienhaus. Auf dem großen Gelände mit See, Bachlauf und einer Scheune mit Tischtennisplatte und Basketballkorb und Billardtisch im Haus ließ sich gut ein Zeitvertreib finden, sodass die Zeit bis zum Abendessen schnell verging. Es gab Mu-scheln...doch auch an uns wurde gedacht, sodass wir auf Lasagne ausweichen konnten. Bis zur Abreise um ca. 18 Uhr veranstalteten wir dann noch ein Mini-Tischtennisturnier oder spielten das Duell im Doppel: Deutschland gegen Frankreich, mit dem besseren Ende für l’Allemagne.

8. Tag Montag, 29.9.2008
Nach früher Abfahrt in Rennes kamen wir am kleinen Hafen von Quiberon an und begaben uns auf die Fähre zu Belle Ile (dt.: Schöne Insel), von wo wir einen wunderschönen Ausblick über das Meer hatten. Nach einer kurzen Überfahrt besichtigten wir einige schöne Stellen der Insel und sahen dabei atemberaubende Felsen die aus dem klaren türkisfarbenem Wasser hervortraten und machten danach eine längere Pause an einem schönen abseits gelegenen Ort mit einem wundervollen Blick auf das Meer und auf die großen Felsen. Wir konn-ten mit unseren Füßen im Meer baden und aßen von unserem Lunchpacket, das wir wie jeden Tag von unseren Gastfamilien mitbekommen hatten. Von unseren Gastfamilien wussten wir, dass wir uns mit dem Wetter sehr glücklich schätzen konnten, da es während unseres Aufenthalts fast genau so schön war wie im Sommer. Ent-spannt vom Relaxen am Meer, ging es weiter zu einer typisch französischen Crèperie, in der wir Crèpes aßen. So ging ein langer, aber sehr schöner Tag zu Ende, an dem wir viele neue Eindrücke gesammelt haben.

9.Tag Dienstag, 30.9.2008
Am Dienstag machten wir uns dann auf den Weg zum Mont St. Michel, eine Klosterinsel zwischen der Bretagne und der Normandie, in deren Bucht der größte Gezeitenunterschied auf der Welt herrscht.. Was im 8. Jh. mit einem kleinen Kloster begann, ist heute eine kleine Stadt mit ein paar Mönchen und ca. 100 Einwohnern. Mit einem Lehrer vom Lycée St.Martin, der uns als Führer diente, gingen wir durch die verwinkelten Kosterbauten, die in verschiedenen Baustilen errichtet wurden und erfuhren viel über die Geschichte des Berges, um im An-schluss noch ein wenig durch die Straßen zu gehen und uns die Stadt anzugucken. Am Nachmittag waren sport-liche Aktivitäten angesagt: Klettern und Kayak fahren. Trotz einiger Stromschnellen landete niemand im Was-ser. Am Ende des Tages fuhren wir todmüde wieder mit dem Bus nach Rennes.

10.Tag Mittwoch, 1.10.2008
Am Morgen der Abreise waren wir alle sehr traurig!!! In diesen 10 Tagen haben wir so viele neue Bekanntschaf-ten gemacht und viel Spaß gehabt. Auf dem Rückweg erreichten wir nach einigen Stunden Paris, unseren letzten Stopp. Zunächst hatten wir die Möglichkeit den Eiffelturm zu besteigen oder die Champs Elysées entlang zu bummeln. Danach besichtigten wir die berühmte Kathedrale von Notre Dame. Von dort aus ging es zum im Zuckerbäckerstil gebauten Sacre Coeur. Nachdem wir den Hügel bestiegen und die Kirche besichtigt hatten, setzten wir uns erschöpft auf die Treppen-stufen davor und konnten den wunderbaren Blick über ganz Paris genießen. Zum Schluss machten wir noch einen Spaziergang durch das Künstlerviertel Montmartre. Nach weiteren tollen Eindrücken ging es zurück nach Osnabrück. Insgesamt war es ein sehr gelungener Austausch und wir werden diese 10 Tage nie vergessen.

Fotogalerie zum Austausch2008 mit vielen, vielen Fotos (genau 348)

Jantje Strodthoff

 

Letzte Änderung: 6.8.2009

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