
© 2003 - 2008
Gymnasium Carolinum
Seit vielen Jahren pflegt das Gymnasium Carolinum freundschaftliche Beziehungen mit dem Lycée St. Martin in Rennes.
Da in Rennes sowie in vielen anderen Regionen Frankreichs die Zahl der Deutsch-Lernenden sinkt, ist es über die Jahre schwieriger geworden, den deutschen Schülern, einen Austausch in Klasse 9 anzubieten.
Damit unsere Schüler in ihrer Schullaufbahn jedoch
trotzdem die Gelegenheit bekommen, einen Schüleraustausch
mit Frankreich durchzuführen, gibt es seit kurzer
Zeit die Möglichkeit ab Kl.10 an einem Schüleraustausch
teilzunehmen.
Die französischen Austauschpartner besuchen am Lycée St. Martin die sog. Section européenne (europäischer Schulzweig) und lernen zumeist Englisch und Spanisch (also kein Deutsch!). Teil ihres speziellen Schulzweiges sind Aufenthalte im europäischen Ausland.
Da dieser französische Ausbildungsgang sehr beliebt ist, nehmen viele französische Schüler an den Fahrten nach Deutschland teil.
Deshalb konnten im Jahr 2005 auch alle interessierten deutschen Schüler einen französischen Austauschpartner bekommen.
Rennes (bretonisch: Roazhon, gallo: Resnn) ist die Hauptstadt der französischen Region und des früheren Herzogtums Bretagne. Zugleich ist Rennes Präfektursitz des Départements Ille-et-Vilaine. Mit einer Bevölkerung von 212.494 Einwohnern (1999) ist Rennes die zehnte unter den bevölkerungsreichsten Städten Frankreichs.
Rennes liegt im Westen Frankreichs im Osten der Bretagne an der Mündung der Illet in die Vilaine und erstreckt sich auf einer Fläche von 50,39 Quadratkilometer. Die Stadt erlebt seit ein paar Jahren einen großen Aufschwung. Im Großraum Rennes leben heute 550.000 Einwohner.
Vieles. Z.B. Portes Mordelaises, ein kleines Stadtschloss mit zwei Türmen und Zugbrücke ,
Reste der alten Stadtmauer (3. Jh.), Befestigungen des 15. Jhs., ein altes Hospiz (14. Jh.), die Kirche Notre-Dame en Saint-Mélaine:
Das Benediktinerkloster Saint-Méoäine (9. Jh.), den Jardin du Thabor (frz. Garten mit Orangerie, Rosengarten und Volière), das Palais Saint-Georges mit Park oder das Bretagne-Museum.

1.Tag Montag, 22.9.2008
Montag 6 Uhr in der Frühe: - 38 verschlafene Gesichter;
- monströse Koffer und dennoch eine merkwürdige irgendwie
angespannte Atmosphäre. Denn es war klar! In wenigen
Stunden (16!) würden wir in Rennes ankom-men und die
uns teilweise unbekannten französischen Austauschpartner
zum ersten Mal treffen. Montag 16 Uhr am Nachmittag:
- viele halbleere Kekspackungen; - müde Reisende und
dennoch besichtigten wir mit viel Freude und Spaß das
Schloss bzw. den Garten von Versailles. Nach vielen Fotos
und einem faszinie-rendem Aufenthalt ging es für uns
auf in den Bus nach Rennes. Montag 22 Uhr am Abend: -
viele leere Kekspackungen, - steigende Anspannung und
trotzdem, die Frisur sitzt, denn jeder weiß, der erste
Eindruck zählt. Mit einem lachenden und einem aufgeregt
zuckenden Auge trafen wir auf unsere ebenso aufgeregten
Austauschpartner, die uns herzlich in ihre Familien aufnahmen.
2.Tag Dienstag, 23.9.2008
Der erste richtige Tag in Frankreich: Nachdem alle ihr
erstes Erfolgserlebnis hatten indem sie den morgendli-chen
Weg zur Schule mit Bus und Metro gemeistert hatten, wurden
wir vom Schulrektor auf Französisch emp-fangen. Es folgte
sogleich das zweite Erfolgserlebnis, denn die meisten
haben sogar in ihrer morgendlichen Trance das Hauptanliegen
verstanden. Erstmal genug der Arbeit: es folgte ein typisch
französisches Frühstück mit den unumgänglichen Croissants,
Kaffee und Tee. Dann wurde uns die Schule gezeigt, um
dann später an zwei strengen französischen Schulstunden
teilzunehmen. Da wir vorher darauf hingewiesen worden
waren, dass man bei jeglicher Störung sofort in den,
uns ziemlich mysteriös erscheinenden, Salle de permanence
(eine Art Strafraum) verbannt wurde, verhielten wir uns
dement-sprechend ruhig. Um uns einen Eindruck von Rennes
machen zu können wurden wir mit einem Rallyezettel und
vielen Fragen auf Rennes und seine Einwohner losgelassen.
Viele Stunden und um viele Erfahrungen reicher, darunter
die Erkenntnis, dass unsere manchmal endlos erscheinenden
Französischstunden, doch nicht das um-sonst waren, da
wir Menschen getroffen haben die tatsächliche NUR französisch
sprechen konnten, trafen wir uns alle zur Siegerehrung
an der Schule wieder. Müde vom ganzen französisch verbrachten
wir den Abend in den Gastfamilien. Alles in allem ein
ereignisreicher Tag.
3.Tag Mittwoch, 24.9.2008
Nach der Ankunft in der Schule beschäftigten wir uns
in Gruppenarbeit mit der aktuellen französischen Presse
und mit gegenseitigen Vorurteilen. Während die Deutschen
eher an französische Kultur; Paris und Mode dach-ten,
hatten die französischen Schüler Bier, das Münchener
Oktoberfest und blonde Menschen mit blauen Augen im Kopf.
Nach dem Austausch der Überlegungen hatten wir uns darauf
geeinigt, dass man ein Land nicht unter dem Einfluss
von Vorurteilen besichtigen und kennen lernen sollte.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zum
ehrwürdigen Hôtel de ville (Rathaus) von Rennes. Dort
wurden wir von dem stellvertretenden Bürgermeister, gleichzeitig
auch Mitglied des Europäischen Parla-ments, in einem
pompösen Saal wie VIPs empfangen und herzlich mit einem
Buffet und Geschenken willkom-men geheißen.
4.Tag Donnerstag, 25.9.2008
Am Donnerstag morgen begann wieder ein spannender Tag,
mit Ausflügen nach St Malo, einer Piratenfestung, ein
Besuch des internationalen Strandbades Dinard und die
Fahrt zum Cap Fréhel. Nach der Ankunft in Saint-Malo,
eine alte Piratenfestung, war ein Rundgang über die Stadtmauer
angesagt, auf der man einen guten Aus-blick über die
bretonische Felsküste, den Strand und das Meer hatte.
Uns blieb noch Zeit, die vielen Läden der Stadt zu besuchen
oder ein Inselgefängnis kennen zu lernen. Bevor wir nach
Dinard fuhren, machten wir uns auf den Weg nach Rothéneuf,
wo ein Mönch innerhalb von 30 Jahren 300 Skulpturen in
die Felsen meißelte. Nach dieser Besichtigung ging die
Fahrt weiter nach Dinard, wo wir Picknick an einem traumhaften,
palmenge-säumten Strand mit etliche großen Villen machten
und das gute Wetter genossen. Unser letzter Stopp ging
zum Cap Fréhel, bei dem wir einen tollen Ausblick auf
die bretonische Felsküste und seltene Vogelarten genossen.
5. Tag Freitag, 26.9.2008
Nach unserem morgendlichen Treffen wurden wir in 2
Gruppen aufgeteilt, in denen wir dann Crepes backten
und diese später essen durften. Die andere Gruppe
lernte einige von 600 verschiedenen bretonischen
Tänzen kennen. Beides war neu für uns und hat uns
sehr viel Spaß gemacht! Danach machten wir uns mit
unserem Bus auf den Weg nach Dinan, eine alte, romantische
mittelalterliche Stadt. Beeindruckend waren die uralten
schiefen Häuser in den zahlreichen engen Gassen.
6. Tag Lisa und Alenas Samstag Am frühen Morgen ging
es direkt zum Wochenmarkt in Rennes mit anschließendem
Shoppen und Galette-Essen. Abends hatten wir das
Glück, das Fußballspiel Rennes-Nice in der VIP-Lounge
des Stadions in Rennes mitzuerleben, da der Vater
von Lisas Austauschpartnerin Karten für uns besorgen
konnte. Ein tolles Erlebnis!! Anschließend wurden
wir beide samt unserer Austauschpartner zur nächsten
Party hinkutschiert, wo wir zwar die einzigen Deutschen
waren, uns aber trotzdem super amüsierten und verständigen
konnten. Abschließend können wir sagen, dass wir viel
Spaß hatten und wir froh und dankbar sind, dass uns so
ein schö-nes Wochenende bereitet wurde.
7. Tag Thomas und Stefans Sonntag
Unsere Gastfamilien verbrachten das Wochenende gemeinsam
mit uns im eigenen Ferienhaus. Auf dem großen Gelände
mit See, Bachlauf und einer Scheune mit Tischtennisplatte
und Basketballkorb und Billardtisch im Haus ließ sich
gut ein Zeitvertreib finden, sodass die Zeit bis zum
Abendessen schnell verging. Es gab Mu-scheln...doch auch
an uns wurde gedacht, sodass wir auf Lasagne ausweichen
konnten. Bis zur Abreise um ca. 18 Uhr veranstalteten
wir dann noch ein Mini-Tischtennisturnier oder spielten
das Duell im Doppel: Deutschland gegen Frankreich, mit
dem besseren Ende für l’Allemagne.
8. Tag Montag, 29.9.2008
Nach früher Abfahrt in Rennes kamen wir am kleinen Hafen
von Quiberon an und begaben uns auf die Fähre zu Belle
Ile (dt.: Schöne Insel), von wo wir einen wunderschönen
Ausblick über das Meer hatten. Nach einer kurzen Überfahrt
besichtigten wir einige schöne Stellen der Insel und
sahen dabei atemberaubende Felsen die aus dem klaren
türkisfarbenem Wasser hervortraten und machten danach
eine längere Pause an einem schönen abseits gelegenen
Ort mit einem wundervollen Blick auf das Meer und auf
die großen Felsen. Wir konn-ten mit unseren Füßen im
Meer baden und aßen von unserem Lunchpacket, das wir
wie jeden Tag von unseren Gastfamilien mitbekommen hatten.
Von unseren Gastfamilien wussten wir, dass wir uns mit
dem Wetter sehr glücklich schätzen konnten, da es während
unseres Aufenthalts fast genau so schön war wie im Sommer.
Ent-spannt vom Relaxen am Meer, ging es weiter zu einer
typisch französischen Crèperie, in der wir Crèpes aßen.
So ging ein langer, aber sehr schöner Tag zu Ende, an
dem wir viele neue Eindrücke gesammelt haben.
9.Tag Dienstag, 30.9.2008
Am Dienstag machten wir uns dann auf den Weg zum Mont
St. Michel, eine Klosterinsel zwischen der Bretagne und
der Normandie, in deren Bucht der größte Gezeitenunterschied
auf der Welt herrscht.. Was im 8. Jh. mit einem kleinen
Kloster begann, ist heute eine kleine Stadt mit ein paar
Mönchen und ca. 100 Einwohnern. Mit einem Lehrer vom
Lycée St.Martin, der uns als Führer diente, gingen wir
durch die verwinkelten Kosterbauten, die in verschiedenen
Baustilen errichtet wurden und erfuhren viel über die
Geschichte des Berges, um im An-schluss noch ein wenig
durch die Straßen zu gehen und uns die Stadt anzugucken.
Am Nachmittag waren sport-liche Aktivitäten angesagt:
Klettern und Kayak fahren. Trotz einiger Stromschnellen
landete niemand im Was-ser. Am Ende des Tages fuhren
wir todmüde wieder mit dem Bus nach Rennes.
10.Tag Mittwoch, 1.10.2008
Am Morgen der Abreise waren wir alle sehr traurig!!!
In diesen 10 Tagen haben wir so viele neue Bekanntschaf-ten
gemacht und viel Spaß gehabt. Auf dem Rückweg erreichten
wir nach einigen Stunden Paris, unseren letzten Stopp.
Zunächst hatten wir die Möglichkeit den Eiffelturm zu
besteigen oder die Champs Elysées entlang zu bummeln.
Danach besichtigten wir die berühmte Kathedrale von Notre
Dame. Von dort aus ging es zum im Zuckerbäckerstil gebauten
Sacre Coeur. Nachdem wir den Hügel bestiegen und die
Kirche besichtigt hatten, setzten wir uns erschöpft auf
die Treppen-stufen davor und konnten den wunderbaren
Blick über ganz Paris genießen. Zum Schluss machten wir
noch einen Spaziergang durch das Künstlerviertel Montmartre.
Nach weiteren tollen Eindrücken ging es zurück nach Osnabrück.
Insgesamt war es ein sehr gelungener Austausch und wir
werden diese 10 Tage nie vergessen.
Fotogalerie zum Austausch2008 mit vielen, vielen Fotos (genau 348)
Jantje Strodthoff
Letzte Änderung: 6.8.2009
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